Vom Denken ins Spüren
SEXUALITÄT & BEZIEHUNG
Sexualität und Beziehung berühren sehr persönliche Seiten unseres Lebens. Sie können verbinden und lebendig machen, aber auch verunsichern oder Fragen aufwerfen. Vielleicht möchtest du dich selbst und dein Erleben besser verstehen, etwas verändern oder Neues entdecken. Ich begleite dich dabei – allein oder gemeinsam mit Menschen, mit denen du Sexualität oder Beziehung gestaltest.

BEGLEITUNG & BERATUNG
Wie wir wahrnehmen, atmen, fühlen und mit unserem Körper in Kontakt sind, beeinflusst auch unsere Sexualität.
Als Sexualberater begleite ich dich oder euch in einem geschützten Rahmen bei Fragen rund um Sexualität, Intimität und Beziehung. Ausgangspunkt ist das, was dich oder euch gerade beschäftigt – ohne Bewertung und ohne vorgegebene Vorstellung davon, wie Sexualität sein sollte.
Ein Teil meiner Arbeit basiert auf Sexocorporel – einem körperorientierten Ansatz, der Sexualität als Zusammenspiel von Körper, Wahrnehmung, Emotionen, Gedanken und Beziehung versteht.
MÖGLICHE ANLIEGEN:
- Lust, Erregung und Orgasmus
- Erektionsschwierigkeiten und vorzeitige Ejakulation
- Schmerzen beim Sex
- Körperwahrnehmung und sexuelles Erleben
- Wünsche, Grenzen und Kommunikation
- Nähe, Distanz, Vertrauen und Eifersucht
- Sexuelle Orientierung, Fantasien und Pornografie
Eine Beratung dauert 60 Minuten. Die Einzelberatung kostet CHF 165.–, die Paarberatung CHF 185.–. Die Beratungen werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Du kannst per TWINT, in bar oder auf Rechnung bezahlen.
Gerne begrüsse ich dich oder euch in Lyss oder Biel – gut erreichbar aus dem Seeland, Bern und Solothurn. Die Beratung ist auch online und nach Absprache an einem anderen Ort möglich.
Hier kannst du oder könnt ihr einen Termin in Lyss oder Biel buchen:
- Die Beratungen finden bekleidet statt.
- Sexuelle Interaktionen sind ausgeschlossen.
- Beratungssprache ist Deutsch.
VIELLEICHT ERKENNST DU DICH DARIN WIEDER
Fühlst du dich unter Druck? Spürst du Anspannung? Bist du zu sehr im Kopf? Belasten dich Schmerzen?
Stellst du dir Fragen wie: Wie viel darf ich bei mir sein? Wie viel von mir darf ich zeigen? Fühlst du dich dabei gehemmt – und möchtest du besser verstehen, weshalb?
Fällt es dir schwer, deine sexuellen Wünsche wahrzunehmen oder auszusprechen?
Habt ihr unterschiedlich häufig Lust auf Sex oder unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ihr Sexualität leben möchtet? Möchtet ihr einen Weg finden, miteinander über Sex und eure Bedürfnisse zu sprechen?
Oder beschäftigt dich oder euch ein anderes Thema? Auch dafür ist in meiner Beratung Raum – ob alleine oder gemeinsam.

WUSSTEST DU SCHON?
Lust ist kein Schalter, der einfach «an» oder «aus» ist.
Was hinter fehlender Lust und unterschiedlichen Bedürfnissen stehen kann.
Sexuelle Lust ist kein Schalter, der einfach «an» oder «aus» ist. Wie viel Lust wir erleben, hängt von vielem ab: von unserem körperlichen und seelischen Befinden, von Stress, Lebensphasen, Medikamenten, der Beziehung und davon, wie wir Sexualität bisher gelernt haben. Beispielsweise spüren manche Menschen Lust bereits vor einer sexuellen Begegnung. Bei anderen entwickelt sie sich erst im Verlauf einer Begegnung, wenn Nähe und Berührung sich gut anfühlen.
UNTERSCHIEDLICHE LUST BEDEUTET NICHT, DASS ETWAS NICHT STIMMT
Häufig wird vermittelt, in einer guten Beziehung müssten beide Menschen ähnlich häufig und möglichst spontan Lust auf Sex haben. Wer dieses Bild verinnerlicht, deutet Phasen mit weniger Lust oder unterschiedliche Bedürfnisse schnell als persönliches Problem oder als Zeichen dafür, dass mit der Beziehung etwas nicht stimmt.
So kann Druck entstehen, der zu Rückzug oder gegenseitigen Verletzungen führt. Aus Angst, dem Gegenüber nicht zu genügen oder es zu enttäuschen, wird das Thema manchmal lange vermieden – wodurch der Druck weiter zunehmen kann.
UNTER WELCHEN BEDINGUNGEN KANN LUST WACHSEN?
Wir werfen einen Blick darauf, was deine Lust und deine körperliche Erregung beeinflusst: Was spricht deine Sinne an – etwa Berührungen, Düfte, Blicke oder Stimmen? Wie nimmst du deinen Körper wahr? Welche Rolle spielen Atmung, Bewegung, Muskelspannung, Fantasien und die Beziehung?
Dabei kannst du für dich erforschen, wie du deine Erregung aufbauen und gestalten kannst. Es geht darum, das eigene Erleben besser zu verstehen, den Erwartungsdruck zu vermindern und neue Möglichkeiten für eine stimmige Sexualität zu entwickeln – allein oder gemeinsam.
Leistungsdruck, Versagensangst und der «Kopf im Weg»
Wenn der Druck zu funktionieren das Spüren blockiert.
WENN DAS SPÜREN ZUR PRÜFUNG WIRD
Wenn du dich beim Sex immer wieder beobachtest – «Mache ich es richtig?», «Bleibe ich erregt?», «Bin ich gut genug?» –, richtet sich deine Aufmerksamkeit stärker darauf, ob du funktionierst, als darauf, was du empfindest. Das kann zu Unsicherheit führen oder sie verstärken. Für Berührungen, Lust und Nähe bleibt dann oft weniger Aufmerksamkeit.
Auch körperlich kann sich Druck bemerkbar machen: Vielleicht hältst du den Atem an, bewegst dich weniger oder spannst bestimmte Muskeln stärker an. Muskelspannung ist beim Sex nicht grundsätzlich hinderlich – sie kann auch zur Erregung beitragen. Bleibt die Spannung im Becken jedoch sehr hoch und verändert sich kaum, kann es schwieriger werden, eine Erektion aufzubauen oder zu halten. Bei Menschen mit Vagina kann eine starke Anspannung des Beckenbodens dazu beitragen, dass die Vagina weniger feucht wird oder das Eindringen schmerzt.
WOHER KOMMT DIE VORSTELLUNG VON «GUTEM SEX»?
Viele Bilder davon, wie Sex ablaufen sollte, entstehen ausserhalb des eigenen Erlebens. Rollenbilder, Pornografie und gesellschaftliche Erwartungen können vermitteln: Die Erektion soll halten, der Orgasmus kommen, die andere Person zufrieden sein. Schnell entsteht das Gefühl, etwas leisten oder beweisen zu müssen.
Wenn Sexualität zur Aufgabe wird, ist es verständlich, dass Versagensangst aufkommt. Die Frage ist dann nicht nur, weshalb du dich unter Druck setzt – sondern auch, welche Erwartungen du übernommen hast und ob sie überhaupt zu dir passen.
MEHR SPIELRAUM FÜR LUST UND GENUSS
Wir schauen gemeinsam darauf, wie du Erregung erlebst und was sich verändert, wenn Druck aufkommt. Du kannst erforschen, wie Aufmerksamkeit, Atmung, Bewegung, Rhythmus und Muskelspannung dein Erleben beeinflussen.
So kannst du lernen, Anspannung früher wahrzunehmen und flexibler mit ihr umzugehen. Das Ziel ist nicht, beim Sex noch besser zu funktionieren, sondern wieder mehr zu spüren und neue Möglichkeiten für Lust und Genuss zu entdecken.
Erektionsschwierigkeiten
Wenn deine Erektion nicht wie gewünscht funktioniert.
Eine Erektion lässt sich nicht einfach durch Willenskraft herbeiführen oder aufrechterhalten. Druck, Anspannung und die Sorge, funktionieren zu müssen, können das sexuelle Erleben beeinflussen. Auch körperliche Veränderungen, Erkrankungen oder Medikamente können eine Rolle spielen.
In der Beratung können wir erkunden, wie du Erregung wahrnimmst und welche Bedeutung Aufmerksamkeit, Atmung, Bewegung und Anspannung für dein Erleben haben. Dabei geht es darum, Leistungsdruck zu entlasten und neue Möglichkeiten für Lust und Nähe zu entdecken.
Bei neu auftretenden oder anhaltenden Erektionsschwierigkeiten ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Beratung und medizinische Abklärung können sich ergänzen.
Vorzeitiger Samenerguss und verzögerte Ejakulation
Wenn der Zeitpunkt des Samenergusses schwer steuerbar ist oder die Ejakulation ausbleibt.
Wenn der Samenerguss früher eintritt als gewünscht, sich stark verzögert oder ausbleibt, kann das verunsichern und Druck auslösen. Die Ursachen sind unterschiedlich: Erregungsgewohnheiten, Stress, Erwartungen und Beziehungserfahrungen können ebenso eine Rolle spielen wie körperliche Faktoren.
In der Beratung können wir gemeinsam erkunden, wie du deine Erregung wahrnimmst und was dich dabei unterstützt, differenzierter mit ihr umzugehen. Atmung, Bewegung, Rhythmus und das Wahrnehmen von Anspannung können dabei mögliche Zugänge sein.
Orgasmusschwierigkeiten
Wenn der Orgasmus ausbleibt, schwer erreichbar ist oder sich nicht erfüllend anfühlt.
Ein Orgasmus kann sich ganz unterschiedlich anfühlen. Manchmal bleibt er aus, ist schwer erreichbar oder fühlt sich weniger lustvoll an als erwartet. Das bedeutet nicht automatisch, dass mit dir etwas nicht stimmt.
Erwartungen, Leistungsdruck, Anspannung, gewohnte Formen der Stimulation und die jeweilige Situation können dein Erleben beeinflussen. Auch körperliche Faktoren oder Medikamente können eine Rolle spielen.
Gemeinsam schauen wir, wie du Erregung und Lust erlebst, was sich für dich angenehm anfühlt und was du dir wünschst. Dabei gibt es kein bestimmtes Ergebnis, das du erreichen musst.
Bei anhaltenden oder plötzlich veränderten Schwierigkeiten kann ergänzend eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.
Schmerzen beim Sex
Wenn Berührung, Penetration oder Erregung mit Schmerzen und Anspannung verbunden sind.
Schmerzen beim Sex können unterschiedliche Ursachen haben. Anspannung und die Erwartung von Schmerz können das Erleben zusätzlich beeinflussen. Auch körperliche Veränderungen oder Erkrankungen können eine Rolle spielen. Du musst Schmerzen nicht aushalten oder übergehen.
In der Beratung können wir gemeinsam erkunden, welche Berührungen und Situationen sich angenehm oder unangenehm anfühlen, wie du deine Grenzen wahrnimmst und was dir Sicherheit gibt. Nähe und Sexualität dürfen sich nach deinen Bedürfnissen richten.
Wiederkehrende oder neu auftretende Schmerzen sollten medizinisch abgeklärt werden. Körperorientierte Beratung kann diese Abklärung ergänzen.
Wünsche, Grenzen und Kommunikation
Wenn es schwerfällt, über intime Bedürfnisse zu sprechen
Die wenigsten Menschen haben gelernt, offen, wertungsfrei und präzise über ihre intimen Bedürfnisse oder Ängste zu sprechen. Ein klares, liebevolles «Nein» zu einer bestimmten Praktik oder einem bestimmten Zeitpunkt ist kein Liebesentzug, sondern die absolute Grundvoraussetzung dafür, dass ein angstfreies «Ja» zu intimer Nähe überhaupt Platz hat.
Nähe, Distanz, Vertrauen und Eifersucht
Wenn Beziehungsmuster oder unterschiedliche Nähe-Bedürfnisse eure Verbindung belasten.
Unser Bedürfnis nach Bindung (Nähe) und Autonomie (Freiraum) ist extrem dynamisch und schwankt ständig. Oft spiegelt sich ein ungelöster Beziehungsalltag direkt im Bett: Wer sich eingeengt fühlt, zieht sich etwa sexuell zurück und wer Verlustangst spürt, sucht sexuelle Intimität oft als Bestätigung für Sicherheit.
Sexuelle Orientierung, Fantasien und Pornografie
Wenn Fragen oder Unsicherheiten rund um Begehren, Vorlieben oder Pornokonsum entstehen.
Sexuelle Orientierung und Identität: Wer bin ich und wo gehöre ich hin?
Unsere sexuelle Identität und Orientierung sind keine starren, für immer festgemeisselten Konzepte. Fragen wie «Wo stehe ich?», «Was fühle ich?» oder «Zu wem fühle ich mich eigentlich hingezogen?» sind zutiefst menschlich. Oft ist der gesellschaftliche Druck oder die Angst, «anders» zu sein, aus dem Rahmen zu fallen oder Freunde zu verlieren, so gross, dass wir diese Gefühle tief in uns verdrängen. Aus Angst vor Ablehnung passen wir uns oft einer vermeintlichen «Norm» an und trauen uns gar nicht, ehrlich in uns hineinzuspüren, obwohl sich unsere innere Welt längst weiterentwickelt hat.
Sexuelle Fantasien: Das geheime Labor im Kopf
Unsere inneren Fantasiewelten und unsere gelebte Realität sind zwei völlig verschiedene Ebenen. Fantasien dienen im Gehirn oft als reine «Erregungsbeschleuniger». Sie helfen uns, die nötige psychische Energie und den passenden Muskeltonus im Körper aufzubauen. Das bedeutet keineswegs, dass man alles, was man im Kopf erregend findet, auch eins zu eins im echten Leben umsetzen möchte.
Pornografie: Zwischen Reizüberflutung und Konsumkompetenz
Der Konsum von Pornografie ist heute allgegenwärtig, wird aber oft mit grosser Scham besetzt. Pornos funktionieren wie ein visueller Turbo für die Erregung. Das Problem entsteht oft dann, wenn die dort gezeigten, stark inszenierten Darstellungen unbewusst als «Leistungsstandard» abgespeichert werden. Das führt im realen Bett zu erheblichem Druck, Versagensängsten und dazu, dass man sich beim Sex nur noch im Kopf beobachtet, anstatt im Körper zu sein.
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